Frauen in der Spitzenpolitik in Österreich

Die Gendersituation hat sich in Österreich zulasten der Frauen leicht verschlechtert. Details können nachstehenden Informationen und Tabellen entnommen werden.

 

1. Regierungsmitglieder und Staatssekretäre

Mit einem Frauenanteil von 35,7 % – dieser ist gegenüber dem Vorjahr gleichgeblieben – liegt die österreichische Bundesregierung nur knapp über dem Durchschnitt der EU-Staaten (33,4 %).

An der Spitze liegen Finnland (63,2 %), Niederlande (55,0 %), Belgien (53,3 %), Spanien (52,2 %) und Frankreich und Portugal mit je 50,0 %.

Von den 14 Regierungsmitgliedern in Österreich sind 5 weiblich – das sind 35,7 % –genauso wie im Jahr davor.

Nimmt man die 3 Staatssekretärinnen und einen Staatssekretär dazu, so sind von den 18 Mitgliedern der Bundesregierung im weiteren Sinn 8 weiblich. Das ist ein Prozentsatz von 44,4 %, so wie im Vorjahr.

 

2. Nationalrat

Die Zahl der weiblichen Abgeordneten beträgt derzeit 74 von insgesamt 183 Mandataren, gleich wie im Jahr davor. Das ist ein Anteil von 40,4 %.

Allerdings hat sich innerhalb der Parteien die Anzahl der Mandatarinnen verschoben (ÖVP und Grüne +1, FPÖ und NEOS -1).

Die 74 weiblichen Abgeordneten teilen sich auf die Klubs wie folgt auf:

ÖVP                                27

SPÖ                                19

FPÖ                                  4

Grüne                             16

NEOS                                7

ohne Fraktion                   1

 

3. Bundesrat

Von den nunmehr 60 Bundesräten sind derzeit 28 weiblich. Das ist ein Anteil von 46,7%, der höchste Wert bisher. Im Vorjahr gab es noch 61 Bundesräte, davon 26 Bundesrätinnen; das waren 42,6%.

Die Verringerung der Anzahl von den Bundesräten insgesamt ergibt sich aus der allgemeinen Volkszählung 2021, die erst aufgrund der Entschließung des Bundespräsidenten vom 26.06.2023 in Kraft trat.

Die 28 Bundesrätinnen verteilen sich auf die Bundesratsfraktionen wie folgt, im Vergleich zum Vorjahr: ÖVP +2, SPÖ -2, FPÖ +1, Grüne +1).

ÖVP                                 13

SPÖ                                   8

FPÖ                                    3

Grüne                                 4

Außerdem ist erwähnenswert, dass sowohl im zweiten Halbjahr 2023 wie auch im ersten Halbjahr 2024 der Vorsitz in dieser Kammer von einer Frau geführt wurde bzw. wird.

 

4. EU-Parlament

Von den 19 in Österreich gewählten Mitgliedern des Europäischen Parlaments sind nunmehr 7 weiblich. Das ist ein Prozentsatz von 36,8 %, im Vorjahr waren es 8 und somit 42,1 %.

Die 7 Frauen verteilen sich auf die parlamentarischen Klubs wie folgt:

ÖVP                                     2

SPÖ                                     2

Grüne                                  2

NEOS                                   1

 

5. Landesregierungen

In Österreich gibt es derzeit 73 Mitglieder von Landesregierungen, wenn man darin die fünf nicht amtsführenden Stadträte in Wien einrechnet; per Februar 2024 sind davon 28 weiblich. Das ist ein Prozentsatz von 38,4 %. Im Vorjahr waren es ebenso viele.

Ohne die nicht amtsführenden Stadträte in Wien beträgt die Zahl der Landesregierungsmitglieder 68; per Februar 2024 sind davon 26 weiblich. Das ist ein Prozentsatz von 38,2 %, genau wie im Jahr davor. Es gab lediglich nach den Landtagswahlen im Vorjahr in Niederösterreich (im Jänner 2023) und in Salzburg (im April) innerhalb der einzelnen Parteien Umschichtungen: FPÖ +2, Grüne -1, NEOS -1.

Die Landesregierungsmitglieder (inkl. nicht amtsführende Stadträte in Wien) verteilen sich auf die Parteien wie folgt:

ÖVP                                 12

SPÖ                                  12

FPÖ                                    2

Grüne                                 2

NEOS                                 0

Der höchste Frauenanteil besteht derzeit in der Steiermark mit 50,0 %. Es folgen Niederösterreich mit 44,4 %, Kärnten und Vorarlberg mit je 42,9 % sowie das Burgenland mit 40,0 %; dahinter liegen Wien mit 38,5 %, Tirol mit 37,5 %, Salzburg mit 28,6 % und Oberösterreich mit 22,2 %.

Nach wie vor gibt es eine Landeshauptfrau, und zwar Johanna Mikl-Leitner (ÖVP), in Niederösterreich.

Details über die Verteilung der Landesregierungsmitglieder auf die einzelnen Bundesländer bzw. Parteien per Februar 2024 können den Anlagen 1 und 2 entnommen werden.

 

6.Landtage

In Österreich gibt es insgesamt 440 Landtagsabgeordnete. 157 davon sind derzeit weiblich (im Vorjahr: 162). Das ist ein Frauenanteil von 35,7 %. Im Jahr davor war dieser mit 36,8 % etwas höher.

Prozentuell am meisten Frauen in den Landtagen gibt es mit 47,2 % in Vorarlberg; danach folgen Wien mit 45,0 %, Tirol mit 41,7 %, die Steiermark mit 37,5 %, Salzburg mit 36,1 %, Oberösterreich mit 35,7 %, das Burgenland mit 27,8 %, Niederösterreich mit 23,2 % und Kärnten mit 16,7 %.

Bezüglich der Verteilung der 157 Mandatarinnen auf die Bundesländer und die Parteien siehe die Anlagen 3 und 4.

Die Zahl der Landtagspräsidentinnen hat sich nun auf 3 (von 4 im Vorjahr) verringert. Die Landtage in Salzburg, in der Steiermark und in Tirol werden weiterhin von Frauen geführt, jedoch ist im Burgenland ein Mann als Landtagspräsident im September 2023 gewählt worden.

Bemerkenswert ist allerdings, dass in Tirol das gesamte Präsidium des Landtages (Präsidentin und 2 Vize-Präsidentinnen) seit dem Jahr 2022 in weiblicher Hand ist.

 

7.Bürgermeisterinnen

Per Ende Februar 2024 gibt es in Österreich 219 Bürgermeisterinnen (gegenüber 217 im Vorjahr); das sind 10,5 % aller Gemeindevorsteher. Somit ist gegenüber dem Vorjahr die Zahl der Bürgermeisterinnen um 2 Personen und anteilsmäßig um 0,1 Prozentpunkte gestiegen.

Über dem Durchschnitt liegen lediglich Niederösterreich mit 14,1 % und Oberösterreich mit 11,2 %. Der Anteil in den übrigen Bundesländern sieht wie folgt aus: das Burgenland mit 9,9 %, die Steiermark mit 9,0 %, Salzburg mit 8,4 %, Kärnten mit 7,6 %, Vorarlberg mit 7,3 %, Tirol mit 6,9 %, und Wien mit 0 %.

Im EU-Vergleich ist der Frauenanteil in Österreich nach wie vor mehr als bescheiden. Dieser liegt nämlich im Durchschnitt aller EU-Staaten bei 18,2 %, im Vorjahr waren es 17,7 %.

Nähere Details sind der Anlage 5 zu entnehmen.

 

8. Gemeinderätinnen

Laut dem Österreichischen Gemeindebund (Quelle: gemeindebund.at) beträgt der Frauenanteil bei den Gemeinderätinnen in Österreich 26,2 % – im Vorjahr waren es 26,0 %, was eine minimale Steigerung bedeutet. Demnach gibt es derzeit 10.300 weibliche Mitglieder (gegenüber 10.232 im Vorjahr) von insgesamt 39.330 Mitgliedern (im Vorjahr 39.318 Mitglieder) der Gemeinderäte in den insgesamt 2093 Gemeinden in Österreich.

Im europäischen Vergleich liegt Österreich nach wie vor deutlich unter dem EU-Durchschnitt. Dieser beträgt bei den Gemeinderätinnen in allen EU-Staaten 34,5 %.

(Quelle: European Institute for Gender Equality)

 

Die Anhänge sind in der PDF-Datei enthalten.